Fasten, sei es intermittierendes Fasten, periodisches Fasten oder längere Fastenperioden, ist ein moderner Gesundheitstrend mit uralten Wurzeln. Durch mentale Klarheit, Entgiftung und Gewichtsverlust lockt Fasten mit allerlei Vorteilen. Unsere Welt ist von einem ständigen Überangebot an Nahrung und einem hektischen Lebensstil geprägt – es lohnt sich, dem Körper eine lang verdiente Pause zu gönnen. Ist Fasten also nur ein neuzeitlicher Trend, der für jeden geeignet ist? Das und eine genaue Antwort auf die Frage „Wie geht Fasten?“ findest du in diesem Blogpost. 

Der Ursprung des Fastens

Fasten ist eine Praxis, die seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen und Religionen auf der ganzen Welt praktiziert wird. Die Ursprünge des Fastens reichen weit zurück und sind oft mit spirituellen oder religiösen Traditionen verbunden. Unser Körper ist darauf eingestellt, sich selbst zu reinigen. Ständige Nahrungsaufnahme stört diesen Prozess. Das wussten die Menschen schon vor Tausenden von Jahren. 

In vielen Religionen wird das Fasten als eine Form der Selbstkontrolle und des spirituellen Wachstums angesehen. Zum Beispiel wird im Islam während des Fastenmonats Ramadan von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gefastet, um Reinheit und Selbstbeherrschung zu erlangen. Fasten wird so als ein Weg betrachtet, Gott näherzukommen. Im Christentum gibt es die Fastenzeit während der 40 Tage vor Ostern, die als Zeit der Buße, des Gebets und der Vorbereitung auf das Osterfest betrachtet wird. Im Judentum wird das Fasten an verschiedenen Feiertagen wie Jom Kippur beobachtet, um Vergebung und spirituelle Reinigung zu suchen.

Darüber hinaus wurde das Fasten auch in vielen Kulturen als Methode zur Reinigung des Körpers und zur Förderung der Gesundheit angesehen. In der alternativen Medizin wird das Fasten oft als Detox-Methode empfohlen, um den Körper von Toxinen zu reinigen und die Gesundheit zu verbessern. Vor allem in den indischen Traditionen blickt das Fasten auf Tausende von Jahren an Tradition zurück. Erfahrene Yogis und Mönche zogen sich teilweise monatelang zurück, um mit Meditation und Nahrungsentzug der Erleuchtung ein Stückchen entgegenzukommen.

Heutzutage hat das Fasten auch außerhalb von religiösen und kulturellen Traditionen an Popularität gewonnen. Immer mehr Menschen erkennen die gesundheitlichen Vorteile des Fastens und nutzen es als Mittel zur Gewichtsabnahme, zur Verbesserung des Stoffwechsels und zur Förderung des Wohlbefindens. Ich habe selbst eine solide Fastenroutine – mehr dazu gibt es in dieser Podcastfolge!

Eine Uhr auf einem weißen Teller steht als Symbol für Wie geht Fasten

Vorteile Fasten

  • Reinigt den Körper: Unser Körper ist dafür gemacht, lange Esspausen durchzuhalten. Das ist ein Überbleibsel unserer Zeit als Jäger und Sammler, in denen der nächste Supermarkt nicht direkt um die Ecke war. Die frühen Menschen mussten von Ort zu Ort ziehen und hatten wenig Möglichkeit, Nahrungsmittel zu konservieren. Längere Esspausen waren also regelrecht an der Tagesordnung und sind für unseren Körper notwendig, um ordentlich zu entgiften. Drei – teilweise sogar 5 bis 8 Mahlzeiten am Tag sind eine neuzeitliche Erscheinung, die die Energie des Körpers auf die Verdauung und Integration der Nahrungsmittel lenkt. Ist der Magen-Darm-Trakt immer mit der Verdauung beschäftigt, sammeln sich mit der Zeit mehr und mehr Giftstoffe an. Erst wenn die Verdauung eine längere Pause bekommt, beginnt diese wieder mit der Entgiftung. 

 

  • Bringt Blutdruck in die Balance: Gewichtsverlust führt automatisch zu weniger Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Fasten verbessert außerdem die Insulinsensitivität, indem es die Insulinspiegel senkt. Dies kann dazu beitragen, die Entwicklung von Typ-2-Diabetes zu verhindern oder zu kontrollieren, was oft mit Bluthochdruck verbunden ist. Darüber hinaus verbessert Fasten die Herzgesundheit, indem es den Cholesterinspiegel senkt, die Arterienverkalkung reduziert und die Funktion des Herzmuskels verbessert. 

 

  • Verbessert die Blutfettwerte: Ein gesunder Gewichtsverlust durch regelmäßiges Fasten kann dazu beitragen, den Cholesterinspiegel zu senken. Hier geht es  insbesondere um das „schlechte“ LDL-Cholesterin und Triglyceride, während das „gute“ HDL-Cholesterin erhöht wird. Das reduziert die Freisetzung von Fettsäuren aus dem Fettgewebe und verringert so die Fettsynthese in der Leber, was zu niedrigeren Triglyceridspiegeln führt. Während des Fastens greift der Körper vermehrt auf gespeicherte Fettreserven zurück und bringt so den Stoffwechsel richtig in Schwung. 

 

  • Sorgt für einen klaren Kopf aufgrund der Entgiftung: Für mich sind meine Fastentage die Tage, an denen mein Fokus laser scharf ist. Fasten regt nämlich unter anderem die Produktion von BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) an. Das ist ein Protein, das das Wachstum und die Überlebensfähigkeit von Neuronen im Gehirn fördert. Eine erhöhte BDNF-Produktion wurde mit verbessertem Lernen, Gedächtnis und Stimmung in Verbindung gebracht, was zu einem klareren und fokussierten Denkvermögen beiträgt.

 

Verschiedene Arten des Fastens

So verschieden wir Menschen sind, so unterschiedlich reagieren unsere Körper auf den Nahrungsentzug. Deswegen gibt es viele verschiedene Arten des Fastens. Beginnst du deine Reise erst, kannst du dich mit immer längeren Fastenperioden langsam herantasten. Probiere aus, was für dich und deinen Körper am besten funktioniert.  Auf keinen Fall solltest du ohne Vorbereitung in lange Fastenperioden starten. 

  1. Intervallfasten: Beim intermittierenden Fasten wechseln sich Perioden des Essens mit Perioden des Fastens ab. Das geht zum Beispiel so:

   – 16/8-oder 18/6 Methode: Hierbei fastet man täglich für 16 bis 18 Stunden und isst innerhalb eines 6 bis 8-stündigen Zeitfensters.

   – 5:2-Diät: An fünf Tagen in der Woche isst man normal, während an zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen nur etwa 500-600 Kalorien konsumiert werden.

 

  1. Periodisches Fasten: Beim periodischen Fasten werden längere Fastenperioden durchgeführt, normalerweise für 24 Stunden oder länger. Beliebte Methoden sind:

   – 24-Stunden-Fasten: Hierbei wird einmal oder zweimal pro Woche für einen kompletten Tag gefastet.

   – Fasten nach Bedarf: Es wird spontan gefastet, wenn der Körper das Bedürfnis dazu hat oder um bestimmte Ziele zu erreichen.

 

  1. Wasserfasten: Beim Wasserfasten konsumiert man nur Wasser für eine bestimmte Zeitdauer, oft von mehreren Tagen bis zu mehreren Wochen. Dies erfordert bei Risikopersonen eine ärztliche Überwachung aufgrund der potenziellen Risiken. Bei gesunden Menschen ist eine gute Vorbereitung ebenso wichtig.

 

  1. Saftfasten: Beim Saftfasten trinkt man nur frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte für eine bestimmte Zeitdauer. Dies bietet Nährstoffe und Energie, während der Körper gleichzeitig die Chance bekommt zu entgiften.

 

  1. Teilfasten: Beim Teilfasten werden bestimmte Nahrungsmittelgruppen, wie zum Beispiel Fleisch, Zucker oder Kohlenhydrate, für eine gewisse Zeit aus der Ernährung ausgeschlossen.

 

Jede dieser Methoden hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, und nicht jede Methode passt zu jedem Menschen. Es ist wichtig, eine Fastenmethode zu wählen, die zu deinen individuellen Zielen, Bedürfnissen und Lebensstil passt. Bei Bedarf sollte ein gut ausgebildeter Coach, Arzt oder Ernährungsberater konsultiert werden.

Wie geht Fasten – deine Antwort 

  1. Bereite dich mit frischen, selbst gekochten Lebensmitteln auf deine Fastenzeit vor. Kommst du aus einer Ernährung voller Fast Food, Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln, wird dir das Fasten extrem schwerfallen. Warum? Weil dein Körper sich mit Dopaminausschüttung an deine Ernährung gewöhnt hat und dem sofortigen Entzug mit heftigen Craving begegnet. Ein Tag geht noch gut, dann kommt die Fressattacke. Deswegen solltest du zuerst, mindestens 2 Wochen Wert darauf legen, mehr und mehr frische Nahrungsmittel mit viel Ballaststoffen und vollwertigen Fetten in deine Ernährung zu integrieren, bevor du mit dem Fasten beginnst. 
  2. Noch ein Tipp! Der Kaffee Entzug ist der schwierigste. Stoppe den Kaffeekonsum 3 Tage vor Beginn der Fastenzeit. Kopfschmerzen, Schwindel, Aggression und Müdigkeit sind normal.
  3. Dopamin ist einer der Hauptgründe, warum wir uns für zucker- und fettreiches Essen entscheiden. Während der Vorbereitung auf deine Fastenzeit lohnt es sich, dir dieses Dopamin von anderen Quellen zu holen. Sport, Musik und Kreativität sind tolle Dopamin Booster und helfen dir so dabei, deinen Körper umzupolen. 
  4. Du hast keinen Hunger, du hast Durst! Oft verlangt der Körper nach Wasser, was von uns als Hunger ausgelegt wird. Achte vor und während des Fastens darauf, mindestens 3 Liter Wasser am Tag zu trinken. Das unterstützt außerdem die Entgiftung. 
  5. Cravings erkennen und Auslöser bestimmen. Beobachte dich einige Wochen vor Beginn deiner Fastenzeit ganz genau. Wann greifst du zu ungesunden Lebensmitteln? Suche dir dafür Alternativen und bereite dich auf die Situationen vor, die emotionales Essen bei dir auslösen. So kannst du diese frühzeitig erkennen und deine Fastenzeit durchhalten! 
  6. Lege die ersten 3 Tage deiner Fastenperioden auf Tage, an denen du nicht arbeiten oder dich mit sozialen Situationen auseinandersetzen musst. So kannst du dich langsam an Fastentage herantasten, die du in deinen normalen Alltag integrierst. 
  7. Entspanne Dich! Die ersten 3 Tage sind die schwierigsten. Sobald dein Körper auf Fettverbrennung und der damit verbundenen Ketose eingestellt ist, läuft es wie von selbst. Das dauert in der Regel nicht mehr als 3 Tage.

 

Wann du auf keinen Fall fasten solltest 

So vielfältig und wunderbar die Vorteile des Fastens auch sind, gibt es einige Situationen, in denen du definitiv vorsichtig sein solltest. Trifft einer der folgenden Punkte auf dich zu, empfehle ich dir dringend, dich von einem ausgebildeten Coach, Arzt oder Therapeuten beraten zu lassen.

 

  • niedriger Blutdruck 
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • anhaltendem Stress
  • Nebennierenschwäche 
  • Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen 
  • Untergewicht 

 

Fasten kann uns also wunderbar dabei helfen, allerlei gesundheitliche Probleme in den Griff zu bekommen. Essenspausen sind das, worauf unser Körper und Stoffwechsel ursprünglich programmiert sind. Menschen blicken auf eine jahrtausendelange Geschichte des Fastens zurück. Fasten ist das kostengünstigste Tool der Entgiftung, und es ist jederzeit für dich verfügbar. In meinen Intensivseminaren bekommst du neben den anderen Tools der ganzheitlichen Gesundheit (Bewegung, Stressprävention, Meditation) auch tiefgreifendes Wissen rund um Ernährung, Entgiftung, Fettstoffwechsel und wie du Fasten in deinen Alltag integrierst. 

 

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